Elefanten für das Great Fish River Reserve

1. Dezember 2016

Innovation für Südafrika
Die Neuansiedlung von Elefanten im Great Fish Reserve ist eine nationale Besonderheit, denn bei der Entstehung der Parks in Südafrika gab es bereits Gruppen von Elefanten. Im Great Fish sammelt die ECPTA also erstmals Erfahrungen, was man bei einem kompletten Neuanfang berücksichtigen muss. Der Management Plan wird somit Vorbild für andere Parks sein. Es ist das erste Mal, dass er vor der Einführung von Elefanten geschrieben wird.
Neuer Platz für Elefanten wird dringend benötigt, da bestehende Elefantenparks an ihren Kapazitätsgrenzen angekommen sind. Auch über die Herkunft der Tiere besteht inzwischen Klarheit. So sollen 2 Familien – Kühe mit Kälbern – aus dem Addo Elefant Park kommen und 2 Bullen im Alter von 18 und 40 aus dem Krüger Park. Die Mischung des Genpools ist wichtig, da bei den Addo-Elefanten bereits degenerative Veränderungen durch Inzucht stattfinden, wie z.B. der Verlust der Stosszähne.

Cold Introduktion – ein neuer Weg?
Auch die Auswilderungsmerhode ist neu und wird derzeit von Wissenschaftlern kontrovers diskutiert. Bei der sogenannten „Cold Introduction“ werden die Tiere nicht wie gewöhnlich nach und nach in einem mit Betonpfeilern stark gesichertem Gehege aneinander gewöhnt. Statt dessen sollen alle Tiere gemeinsam in einem schwach gesichertem Gelände „aufgeweckt“ werden. Hierbei rechnet man mit einem kontrolliertem Ausbruch der Elefanten nach einer Orientierungsphase. Derzeit steht diese Methode noch nicht im Einklang mit den nationalen Normen und Standards. Doch die Zeichen stehen günstig, dass die Rechtsprechung eine Sonderregelung hinzufügt.

Was muss man beim Ansiedeln von Elefanten bedenken?
Die Einführung von Elefanten im Great Fish River Nature Reserve wird sich auf die Umwelt auswirken. Dort, wo eine neue Art hinzukommt, werden andere verschwinden. Elefanten verändern die Savanne und verwandeln sie nach und nach zu Grasland. Arten, wie Peppia oder auch die rund 130 Jahre alten Aloe vera Pflanzen werden verschwinden, aber auch grosse Bäume werden ihnen zum Opfer fallen. Im Great Fish sind nicht nur die Logen bedroht, auch kulturell wichtige Denkmäler, Grabstätten oder Strassenschilder.
Da am Great Fish River bereits zuvor Elefanten heimisch waren, wird die Natur, die sich seit den 70ern entwickelt hat, sich zurück verändern. Um selten Pflanzen zu schützen, sollen sie zur Nachzucht in Bereichen angepflanzt werden, die vor den Elefanten sicher sind. Der Park wurde in verschiedene Zonen unterteilt, Gebiete, in denen keine Veränderung stattfinden soll und Gebiete, die gravierenden Veränderungen unterworfen sind.

Auch die Temperatur ist für die Auswilderung wichtig. Elefanten können nur im wachen Zustand die Körpertemperatur reguliere. Wenn sie für den Transport betäubt werden, besteht die Gefahr, dass sie überhitzen und sterben. Um dies zu vermeiden sollte in den Sommermonaten ab Mitte November und den Winter keine Umsiedlung stattfinden.

Ein Projekt mit vielen Veränderungen
Auch personell hat sich bei unseren Partnern einiges verändert. Park Manager Gavin ist befördert worden. An seiner Stelle wird Cesar Mkuankhulisi ab 2017 den Park leiten. Auch Wissenschaftler Dean Peinke ist zum wissenschaftlichem Leiter grosser Säugetiere befördert worden. Cathy erhält den Tusk Conservation Award, verliehen von Prinz William in London.
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Wie geht es weiter?
Die awp hat zugesagt, die Elefanten mit vier GPS Halsbändern zu bestücken. Laut Zeitplan rechnen wir derzeit mit einem Entwurf für den Managementplan Ende März 2017. Hierauf sollen weitere Gespräche mit den Anwohnern und Landeigentümern erfolgen, so dass der Plan Ende July zur Genehmigung eingereicht werden kann. Die Auswilderung wird dann im Oktober 2017 oder März/April 2018 stattfinden.