Eine Drohne gegen Wilderer

1. Dezember 2016

In Südafrika herrscht ein erbitterter Kampf gegen internationale Wilderer
Nachdem es auch im Great Fish River Reserve Wilderei-Vorfälle gegeben hat, hat sich die awp Gedanken über die Sicherheit im Park gemacht und sich kurzfristig entschlossen, eine Drohne zu spenden. Die Drohnentechnologie ist bereits in der europäischen Landwirtschaft im Einsatz, für den Artenschutz ist sie noch neu. Dabei können dank Luftüberwachung nicht nur Wilderer im Park ausfindig gemacht werden.

gavin
Mehr Sicherheit für die Ranger und Tiere
Wenn Wilderer in den Park eindringen geht es schnell um Leben oder Tod. Die Wilderer zögern nicht, Zeugen ihres Verbrechens beim ersten Sichtkontakt zu ermorden. Die Parkwächter dürfen ihrerseits sich nur verteidigen, da ihnen sonst Mord zur Last gelegt wird. Im konkreten Fall heisst das, der Ranger bereits tot oder verletzt sein könnte, bevor er sich wehren darf. So wurde der Parkleiter im Great Fish Reserve bereits mit einem Beil am Kopf verwundet. Inzwischen benutzen die Wilderer jedoch moderne Waffen mit hoher Durchschlagskraft, die problemlos auch Fahrzeuge durchschlagen können.
Mit dem System, was die awp nach langer Recherche zusammengestellt hat, soll auch die Sicherheit der Ranger erhöht werden. Die Drohne ist zusätzlich mit einer Hochleistungs-Wärmebildkamera bestückt und kann Wilderer in unwegsamen Gelände auch bei Nacht aufspüren. Da sie ihr Eindringen dokumentieren kann, bietet sie auch juristisch eine gute Möglichkeit, die Straftat nachzuweisen.

Neue Möglichkeiten für die Forschung
Neben dem Sicherheitaspekt wird die Drohne auch zu Forschungszwecken verwendet werden. So ist sie eine Hilfe bei der dreijährigen Bestandsaufnahme der gesamten Tierwelt und kann zu Untersuchung verletzter Tiere verwendet werden. Wissenschaftlerin Liandry freut sich bereits auf den Einsatz. Da sich die Tiere durch das Flugobjekt selten aus der Ruhe bringen lassen, hofft sie so das Verhalten der Tiere untersuchen zu können. Ein weiterer Vorteil ist, dass man mit derDrohne auch verschwundene Tiere gut aufspüren kann, indem man die GPS Daten mit ihren Bewegungsmustern abgleicht. Damit unterstützt diese Technologie ebenfalls das Elefanten Auswilderungsprojekt der awp.

Während unserer Reise nach Südafrika wurde die awp selbst Zeuge eines Angriffs von Wilderern. Gottseidank konnte die Gruppe mit Hilfe der Polizei dingfest gemacht werden.